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Zwei der vier Elemente der sichtbaren Welt: die Gegensätze Feuer und Wasser – in Gestalt hoch aufge­schossener Menschenwesen. Wie mächtige Säulen stehen sie da, ihr Leib aus klobigen Trommelstücken übereinander getürmt, mit scharfgezackten Fugen und in der Außenhaut tief zerfurcht, wie die Rindenhaut wetter­gegerbter Bäume. So wie die beiden Elemente in der Natur ineinander greifen, so tun es auch die Farben. Blau steht nicht nur für das Wasser oder die Luft. Der antike Dichter Pindar schwärmt auch von der „Bläue der Erde“. Und auch wir Heu­tigen kennen die blaue Erde von Bildern aus dem Weltall. Rostrot steht naturgemäß für das Feuer. Die zwei Stelen sind aus Lehm geformt, dem Urstoff in der Schöpfungsgeschichte. Diese Menschengestalten stecken größtenteils noch in Formlosigkeit, doch scheint es, als würden sie gerade das Chaos der Urmaterie abstreifen, sich verfestigen und triumphal emporsteigen. Und oben bricht sich das Menschengestaltige Bahn. Kopf, Hals und Schultern sind frei und geglättet, nicht nur im Umriss. Das Innere jedoch bleibt verschattet, keine Augen, kein Mund, kein bestimmtes Gesicht. Menschen­bilder, in ihrer verknappten Form eigentlich wieder auf die Urformen zurückverdichtet. Es sind allgemeingültige Symbolgestalten für den Menschen als Kern der Schöpfung, in welchem sich die Urelemente vereinen. (FF)

 

H ca. 185 cm
Keramik
2016

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