Der Künstler Gerhard Kadletz beschäftigt sich schon seit Jahrzehnten mit dem Thema Frieden. Sein Beitrag zum diesjährigen Kunstprojekt Da-Sein zum „Selig die Frieden stiften“ ist ein Resultat dieser Auseinandersetzung. Die Friedensglocke von Gerhard Kadletz ist ab dem 29. März 2025 in der Heilig-Grabkirche in Deggendorf zu sehen.
Die Friedensglocke wird zunächst in Deggendorf in der Heilig-Grabkirche ausgestellt. Dort findet am 29. März 2025 um 17:30 Uhr eine Friedensmesse mit Pfarrer Martin Neidl und Gastprediger Msgr. Dr. Werner Schrüfer statt. Anschließend gibt es ein Künstlergespräch, ergänzt durch Grußworte von PhDr. Andrej Rády aus Pisek, Tschechien.
Ab dem 10. Mai 2025 wird die Friedensglocke in der Kirche Mariae Geburt in Pisek, der Partnerstadt Deggendorfs, zu sehen sein. Dort findet am 11. Mai um 09:00 Uhr eine Messe mit Friedensfest statt, gefolgt von einer Laudatio von Andrej Rády und einem weiteren Künstlergespräch.
Bestehend aus verschiedenen Materialien, wie Holzlatten, Stacheldrahtzaun und Seilen, ist das zentrale Element die Glocke. Auf dieser sind zwei Sätze von zwei Päpsten verewigt: „NVMQVAM –RENASKANTVR –VIS –BELLVM –TERROR“ „Nie wieder Gewalt –Nie wieder Krieg –Nie wieder Terror“, eine Aussage von Papst Johannes Paul II., die er 1986 in Assisi verkündete. „Der Herr schenkt uns seinen Frieden.“ Ein Zitat von Kurienkardinal Josef Ratzinger (später Papst Benedikt XVI).
Vier Oberhäupter der Weltreligionen haben die Glocke mit ihren Unterschriften als Zeichen des gemeinsamen Friedensgedankens versehen:
- der 14. Dalai Lama für die Buddhisten
- Papst Benedikt XVI. für die Christen
- Dr. Ali Gomaà, Großmufti al Azhar von Kairo, für den Islam
- Jona Metzger, der Chief Rabbi of Israel für das Judentum.
Diese Unterschriften symbolisieren das gemeinsame Streben nach Frieden. Doch die Friedensglocke zeigt auch, dass Frieden kein selbstverständlicher Zustand ist. Stacheldraht und Fesseln verdeutlichen, dass Frieden immer wieder neu erarbeitet und bewahrt werden muss. Das Werk erinnert an die Fragilität des Friedens und an die Folgen von Gewalt, Hass und Faschismus – denn die Balken der Glocke stammen aus zerbombten Häusern, der Stacheldraht aus dem ehemaligen Konzentrationslager Ganacker.
Mit seiner Friedensglocke verbindet Gerhard Kadletz zwei Länder in einem gemeinsamen Dialog über Frieden – und unterstreicht damit eindrucksvoll die Botschaft seines Werks.