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Skulptur des Regensburger Bischofs Ignatius von Senestrey

Ignatius von Senestrey (1818‒1906) war so lange Bischof von Regensburg wie kein anderer. Über einen Zeitraum von beinahe fünfzig Jahren ‒ 1858 bis 1906 ‒ füllte er dieses Amt aus. Am meisten wird er mit einer stadtbildprägenden Baumaßnahme während seines Pontifikats in Verbindung gebracht: der Vollendung der Regensburger Domtürme, die zwischen 1859 und 1869 erfolgte und aktiv von ihm vorangetrieben wurde. Dass auch er selbst seine Rolle in diesem Projekt so verstanden wissen wollte, führt ein von ihm beauftragtes Kunstwerk vor Augen, das derzeit in der Ausstellung „Zwei Türme für den König“ im Museum St. Ulrich zu sehen ist.


Es handelt sich um eine hölzerne Standfigur in Lebensgröße, die Senestrey in Bischofstracht zeigt. In seiner Linken hält er einen Bischofsstab, seine Rechte ruht segnend über einem zu seinen Füßen stehenden Dommodell, das bereits die im 19. Jahrhundert entstandene Doppelturmfassade zeigt. Bei genauerem Hinsehen lässt sich erkennen, dass die schlanken, hochaufragenden Turmspitzen des Modells wenig mit den tatsächlich ausgeführten Regensburger Domtürmen gemein haben. Ein Hinweis darauf, dass dieses Standbild noch vor der Fertigstellung der Domtürme angefertigt wurde?
Ausgeführt wurde die Holzskulptur von dem Bildhauer Christian Keil (1826‒1890), der auch weitere, der Senestrey-Figur vergleichbare Porträtstatuen von Regensburger Bischöfen des 19. Jahrhunderts schuf: Johann Michael Sailer (Pontifikat 1829‒1832) und Georg Michael Wittmann (Pontifikat 1832‒1833). Wie Senestrey selbst stammte Keil ursprünglich aus dem Landkreis Tirschenreuth. Seine Ausbildung erhielt er in München und widmete sich in seinem umfangreichen Schaffen besonders der religiösen Kunst. Skulpturen von ihm sind im In- und Ausland, vor allem aber in niederbayerischen und oberpfälzischen Pfarrkirchen zu finden, z.B. in der Wallfahrtskirche zur Schmerzhaften Muttergottes auf dem Geiersberg, Deggendorf. (Theresa Häusl)

Christian Keil (signiert)
München, zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts
Holz, über Kreideauflagen gefasst
190 cm hoch
PS.0079

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