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Wilfried Anthofer (*1958)
Herz

Seit Jahrtausenden gilt das Herz als Quelle der physischen Lebenskraft und als Sitz der Seele. Körper, Seele, Geist und Materie werden nicht getrennt, sondern als Einheit gesehen. In der Mythologie und Religion, aber auch im täglichen Sprachgebrauch, gilt so das Herz als Sitz von Liebe, Freude, Angst, Sorge und Trauer.


In einer wunderschönen bildhaften Sprache stellt Hildegard von Bingen das Herz als Zentrum des Menschen dar: „Mitten im Herzen sitzt die Seele wie in einem Haus. Ihre Gedanken schickt sie wie durch eine Tür ein und aus, erwägt alles hin und her, wie wenn sie durch ein Fenster schaute… und so geht denn vom Herzen ein Weg aus zu den Elementen da draußen, mit denen der Mensch das verwirklicht, was er gedanklich verarbeitet hat.“
Wenn man nach diesen Betrachtungen annimmt, das Herz wäre tatsächlich der Sitz der Seele eines Menschen, so sind insbesondere die Verse im Buch Kohelet als Quintessenz zu lesen.
Man könnte sagen: „Im Herzen scheint das Sein und Wesen des Menschen auf.“

Das Herz, hier dargestellt als offene Drahtskulptur, zeigt mit den beiden ineinander greifenden Elementen sein Inneres. Die beiden verschlungenen Formen stehen als Zeichen für Freude und Trauer, symbolisiert durch die Farben Weiß und Schwarz.
Die Farbe Weiß wird mit Freude und Reinheit, aber auch mit Unendlichkeit assoziiert. Ferner steht sie für Weisheit und Klarheit, sowie für Lebenskraft und Inspiration. Weiß ist die hellste aller Farben und dem Sonnenlicht gleichgestellt.
Schwarz ist wie seine Gegenfarbe Weiß von absolutem Wert. Es kann, wie diese, die Abwesenheit oder auch die Summe und Synthese der anderen Farben und deren Werte darstellen.
Somit ist sie nicht nur die Farbe der Trauer und der negativen Gefühle, sondern auch die Farbe der Kreativität und des Anfangs – da aus dem Dunkel alles geboren wird. Freude und Trauer, diese emotionalen Ebenen sind unabdingbar im Leben - sie greifen ineinander. An und mit ihnen wächst und reift unsere Persönlichkeit. Ohne diese Empfindungen wäre unsere Existenz nichtig und leer.

Die als Mobile konzipierte Installation lebt von den Gegensätzen Ruhe und Bewegung, der Spannung und Entspannung, den verschieden gekrümmten Linien. Aus einer Perspektive wird das Objekt zum Schattenriss, aus einer anderen leuchten die sparsam gesetzten Farben innerhalb der Herzform auf. Durch einen leisen Luftzug in Bewegung gesetzt, können so viele Aspekte sichtbar gemacht werden und den Betrachter zum Nachdenken anregen. Es ist der Versuch, dem Immateriellen mit einfachen künstlerischen Mitteln Form zu geben.
In jedem Fall ist es aber das offen gezeigte Herz, das zum Dialog auffordert.

Material und Maße:
Verschieden starke Drähte, verflochten, bzw. verlötet, Pappe, Bleche, Farbe, Plexiglas
Maße: ca. 1,5 m im Durchmesser
Ø ca. 150 cm
Draht
2018

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