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Rudolf Koller (*1943)
Schwangerschaft, 2013

Am Anfang steht die Studie. Mit dem Bleistift erforscht Rudolf Koller seine Motive, hält er mit sicherem Strich jedes anatomische Detail fest, folgt Muskeln, Sehnen und Knochen, reduziert die Körper nach und nach auf das, was den Menschen ausmacht. Rudolf Koller ist ein präziser Beobachter der Wirklichkeit, die er manchmal nahezu schonungslos erfasst. Die

Plastiken teilen ihr Wesen mit, gewähren einen nahezu intimen Einblick in ihr Denken und Sein. Was aus dem Stein nur schwer herauszuarbeiten ist, kann in Bronze gegossen werden - der Schöpfungsmoment in der Ordnung des Lebens.
Seine Figuren zeigen den Moment des Tragens und Lastens, die innere und äußere Bewegung. Es ist keine modellierte Schönheit, die ihnen den ganz eigenen Charakter gibt. Der Bildhauer teilt ihre Stärke mit. Schwangere stehen fest, scheinen verwurzelt mit der Plinthe, ganz natürlich richtet sich der Blick sofort auf den sorgsam ausgearbeiteten, kraftvoll gewölbten Bauch, in dem das neue Leben wächst.
Die Schwangere stellt Rudolf Koller als Moment dar, die Figur wird zum Bild der Schwangerschaft schlechthin. Die Frau ist Teil des Bauches. Sie ist in sich gekehrt, der Natur ausgeliefert, fast erscheint sie wie ein Anhängsel dieser unbeschreiblichen Kraft des neuen Werdens.
Der Künstler schaut nicht auf reizlose glatte Oberflächen, sondern darauf, was sich dahinter und darunter verbirgt. So braucht es in seinem Schaffen keine durchgearbeiteten Details. Er konzentriert sich auf das Wesentliche und stellt so das Ganze dar, ja vielleicht sogar das große Ganze. Rudolf Koller fertigt seine Figuren im Wachsausschmelzverfahren. Rudolf Kollers Plastiken wollen nicht geglättet sein. Reste des Schamotts haften an ihnen, der Moment des Gusses ist im Original erhalten, der Prozess ablesbar. Die grobe zerklüftete Struktur schafft eine lebendige Ausdrucksstärke. Nichts ist geschönt. Die raue Oberfläche trägt die Spuren des Werdens wie Narben des Seins. (Maria Baumann)

Schwangerschaft
2013 • Bronze • H 45,5 cm
Foto: Peter Ferstl, Stadt Regensburg – Bilddokumentation
Zu sehen in der Ausstellung „Hommage an das Leben“, Galerie St. Klara, 12. Oktober bis 8. November 2018
https://www.galerie-st-klara.de/

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