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Leo Grewenig (1898-1991)
Friedhof (Allerheiligen)

November GrewenigNach dem Studium an der Kunstakademie in Kassel und einem Studium am Bauhaus in Weimar war Leo Grewenig (1898 – 1991) zunächst als Zeichenlehrer im Saarland tätig. 1928 wagte er den Schritt in die Großstadt Berlin, der kulturellen Metropole der 1920er Jahre, um dort als freier Maler vom Erlös seiner verkauften Bilder zu leben.

Es entstand eine Vielzahl von Bildern, die Szenen aus dem Volksleben mit poetischem Reiz widergeben. Ihn interessierten dabei das Großstadtleben genauso wie Szenen im ländlich-dörflichen Bereich oder der Blick in das Innere eines Waldes. Obwohl Leo Grewenig als freier Maler erfolgreich war und sich an Ausstellungen der Berliner Sezession beteiligen konnte, entschloss er sich zu einem weiteren Studium: 1931 legte er das Staatsexamen für das höhere Lehramt im Fach Kunsterziehung an der Kunstschule Berlin-Schöneberg ab.

In jener Berliner Zeit entstanden Bilder, in denen sich Grewenig auffallend oft mit dem Themenbereich Tod und Sterben auseinandersetzte. Das 1929 entstandene Gemälde „Friedhof (Allerheiligen)“ zeigt den Blick über einen Friedhof: Im Vordergrund sind größere Halbfiguren zu sehen, in der Bildmitte stehen Menschen vor einem frisch ausgehobenem Grab. Dahinter befinden sich zwei Kapellen oder Familiengrüfte. Der Friedhof, der von einer Mauer umgeben ist, liegt vor hügeligem Hintergrund und winterlich dunklem Himmel. Die Farbigkeit ist - typisch für Grewenigs naiv-sachliche Stilphase - gedämpft und subtil. Das Bild ist bewusst komponiert: Die Rückenfiguren vorne unterstützen, dass der Blick des Betrachters mittels Zentralperspektive in die Tiefe gezogen wird und damit einen symmetrischen Bildaufbau hervorruft. Alle dargestellten Figuren und die regelmäßig angeordneten Bäume samt Friedhofsgebäude betonen die Vertikale und unterstreichen so die der Situation angemessene feierliche Ruhe und Stille.

Leo Grewenig (1898-1991)
Friedhof (Allerheiligen), 1929
Öl auf Holz
37 x 46 cm

Zu sehen ist das Bild vom 11.10. – 28.11.2014 in der Ausstellung „Leo Grewenig – Formen in Bewegung“ im Museum Obermünster.

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