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Paul Schinner (*1937)
„Rühre mich nicht an!“

Paul Schinner, „Rühr mich nicht an“, Bleistiftzeichnung, Feb. 2012, 134 x 100 cm

So sprach Christus zu Maria Magdalena am Ostermorgen im Garten Getsemane.
Christus verstellte sich, gab sich als Gärtner aus, wollte am liebsten unerkannt bleiben. Zu bloß und schutzlos fühlte er sich noch in seinem körperlichen Wieder-Dasein nach Tod und Auferstehung. Noch zog er eine Grenze zwischen sich und der Welt, obgleich diese ihm in Magdalena, einer vertrauten Gestalt, entgegentrat.

Wilhelm Koch (*1960)
„RÚAH - Luftkreuz“

Wilhelm Koch, Rúah - Luftkreuz, pneumatisches Objekt

„Luft“ ist für die Bibel ein zentraler Begriff, ihr Sinn- und Symbolgehalt mehrdeutig. Der erste Brief an die Thessalonicher 4,16-17 – die Hoffnung der Christen: „Zuerst werden die in Christus Verstorbenen auferstehen; dann werden wir, die Lebenden, die noch übrig sind, zugleich mit ihnen auf den Wolken in die Luft entrückt, dem Herrn entgegen.“

Manfred Sillner (*1937)
„Die Dame kommt gleich wieder“

Manfred Sillner, Die Dame kommt gleich wieder! II, 2006/2007

Eine gelungene Synthese von realistischer Anschauung und Phantasie rühmt der italienische Gelehrte Gregorio Comanini 1591 im Werk eines großen Manieristen: „indem er die Bilder der von ihm erschauten fassbaren Dinge zusammensetzt, macht er seltsame Capricen daraus und Idole, die nicht mehr von der Kraft der Phantasie erfunden sind, und das, was unmöglich zu vereinigen scheint, fügt er mit großem Geschick zusammen und läßt das daraus werden, was er will.“

Ernst Hingerl (*1945)
"Faulenzer"

Ernst Hingerl, Faulenzer, 2012, Holz geschwärzt, ca. 7 m

Ernst Hingerl, der Bildhauer, sucht seine Objekte nicht – sie suchen ihn. Alltägliches und Wertloses gewinnt im Auge des Künstlers an Bedeutung und manifestiert sich in Arbeiten von archaischer Einfachheit und Größe. Im Schaffensprozess wird die Kettensäge zum verlängerten Arm des Künstlers. Mit großer Leidenschaft entreißt Ernst Hingerl die Gegenstände der Bedeutungslosigkeit und rückt sie ins Zentrum unserer Existenz.

Stefan Winkelhöfer (*1977)
Via crucis

Stefan Winkelhöfer, Aderngeflecht, Pigmentdruck, 100 x 72 cm, aus der Serie Via crucis

Spurensuche nennt der Künstler sein Werk, und das Kreuz begleitet ihn auf seinem Weg zwischen Licht und Dunkelheit. Der Spurensucher heißt Stefan Winkelhöfer und seine neue fotografische Herausforderung heißt „Via Crucis“. Auf 64 Seiten finden sich im gleichnamigen Buch 40 meditative Bilder zum Thema Kreuz (Stefan Winkelhöfer/Harald Grill: „Via Crucis – Augenblicke zwischen Licht und Dunkel“, Verlag Sankt Michaelsbund, München, ISBN 978-3-939905-75-2).

Josef Wittmann (1880-1968)
Pfingstreiterfresken in Bad Kötzting

In über 75 Josef Wittmann, Fresko mit der Darstellung des zeitgenössischen Pfingstritts in der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt, Bad KötztingKirchen erinnern seine Fresken und Altarbilder an ihn: Josef Wittmann (1880-1968) war Kirchenmaler des Neubarock. Er erhielt auf Betreiben des örtlichen Pfarrers seine Ausbildung in der königlichen Kunstgewerbeschule in Nürnberg. An der Akademie der Bildenden Künste in München studierte er bei den Professoren Johann Caspar von Herterich, Hugo von Habermann und bei seinem wohl wichtigsten Lehrer Martin Feuerstein (später Martin Ritter von Feuerstein).