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„Ich mal nur das, wovon ich überzeugt bin“

Fritz Baumgartner schuf Glasfenster mit Motiven der Bistumspatrone Wolfgang und Emmeram

Das farbige Licht: Fritz Baumgartner hat es eingefangen in seiner Kunst, mit der er die Bilder der Hll. Wolfgang und Emmeram in den Glasfenstern des Ausstellungssaals im Diözesanmuseum für zukünftige Generationen leuchten lässt. Entworfen hat der Künstler die beiden Darstellungen bereits 1993 – im gleichen Jahr, in dem von Fritz Baumgartner im Verlag Schnell und Steiner ein Evangeliar im Sinne der mittelalterlichen Buchmalerei als Faksimile erschienen ist. Er setzte seine Ideen der modernen Abbildung der beiden Heiligen, die im 7. und 10. Jahrhundert in Regensburg als Bischöfe wirkten, in den Jahren 1993 und 1999 in den Werkstätten der Bayerischen Hofglasmalerei Gustav van Treeck in München um.

 

Baumgartner Fenster Museum Obermünster

 

Mit strahlendem Gelb setzte Fritz Baumgartner Akzente in seiner Abbildung des Hl. Wolfgang, dessen Persönlichkeit durch sein Charisma, seine politische Weitsicht und seine Nähe zu den Armen als Bischof im Mittelalter weithin leuchtete. Er ist dargestellt mit seinen Attributen, dem Kirchenmodell und dem Beil. Tiefes Rot prägt die Figur des Hl. Emmeram, der für seinen Glauben sein Leben verlor, niedergemetzelt vom Sohn des Herzogs Theodo, mit den Attributen Messer und Leiter. Fritz Baumgartner ist in den Glasfenstern dem expressiven Stil seiner Malerei treu geblieben, spricht mit deutlicher Farbsymbolik, die ihm so wichtig, aber nicht starr war. Denn das Rot, das beim Hl. Emmeram von seinem blutigen Sterben erzählt, umgibt den Hl. Wolfgang im Hintergrund als ein Schein der Liebe.

Für dieses Höchstmaß an Ausdrucksstärke gab sich der Künstler nicht damit zufrieden, farbiges Glas zu verwenden. Er modellierte seine Werke mit speziellen Emailfarben in bis zu vier Schichten. Die volle Leuchtkraft fängt das Schauen des Betrachters. „Die Darstellung ist so simpel wie möglich“, sagte Fritz Baumgartner, „man muss mit einem Blick alles erfassen können, so einfach, wie man’s im Barock dargestellt hat.“ Er wollte beim Anschauen keine Rätsel aufgeben, sondern mit seinen stilistischen Mitteln der Zeit die Heiligenbilder vergangener Kunstepochen wieder auffinden.

Fritz Baumgartner erinnerte sich daran, wie sehr ihn diese Darstellungen schon früh beeindruckt haben. „Ich war als Bub jeden Sonntag in der Kirche und habe die Bilder außen rum gesehen.“ In der Kirche sei er, wie viele andere Kinder, zum ersten Mal der Kunst begegnet. „Ja, und bei mir kam da schon der Wunsch auf, das möchte ich auch, Bilder für die Kirche malen.“ Sein Wunsch hat sich erfüllt. Die Werke des renommierten Künstlers prägen viele Gotteshäuser. Im Festsaal der Gerhardinger-Realschule in Cham malte er 1992 das großformatige Deckenbild mit dem Leben der sel. Theresia Gerhardinger, wobei er mit seinen zeitgenössischen Formen an die barocke Deckenmalerei in Bayern anknüpfte.

Sein ganzes Leben blieb Fritz Baumgartner frei schaffend. Er ging keine Kompromisse ein, bei Auftragsarbeiten brauchte er die „Symbiose von Auftraggeber und Künstler“. Christliche Motive begleiteten seinen Weg, denn er drückte darin seinen Glauben aus. Der Junge aus einer frommen Familie aus Oberösterreich hat ihn nie verloren: „Ich mal nur das, wovon ich überzeugt bin.“ Er wollte die eindeutige religiöse Aussage. „Christliche Kunst, in die man die christlichen Motive erst hineindeuten muss – das finde ich unehrlich.“

Und so hat er mit klarem Minimalismus auch die Glasfenster der Heiligen Wolfgang und Emmeram gestaltet: Sie erzählen in der Kraft ihrer Farben von dem für die Kirche von Regensburg wegweisenden Wirken der Bistumspatrone und von ihrem Sterben – und davon, warum sie für die Gläubigen auch heute nach vielen Jahrhunderten „im Licht sind“.
 

 

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