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Antependium, Regensburg, um 1890

Antependium, Regensburg, um 1890

Im Regensburger Domschatzmuseum befindet sich ein Antependium, welches im Regensburg in der Zeit um 1890 in mehreren Klöstern des Bistums Regensburg ausgeführt wurde. Ein Antependium ist die Bezeichnung für die Verkleidung für die Vorderseite des Altartisches, des sog. Stipes. Sie kann aus Edelmetall, aber auch aus kostbaren Textilien sein.

 

In diesem Fall handelt es sich, was bei flüchtigem Blick leicht übersehen werden kann, um eine Stickerei auf Pergament mit zig kleinsten farbigen Glasperlen, die auf Schnüren aufgereiht sind. Die ausgeschnittenen Stickereiteile sind dann auf eine Unterlage aus Goldbrokat und doppeltem Leinenstoff appliziert. Mit Goldschnüren wurden die Umrisse der Stickereien eingefasst und dazwischen kleine Medaillons aus vergoldetem Kupfer eingelegt. Das Antependium wurde Ende des 19. Jahrhunderts zusammen mit zwei kleineren -  erhaltenen – Seitenteilen für den Altar in der Hauskapelle des Regensburger Bischofs geschaffen. Den Entwurf fertigte Domvikar Georg Dengler an. Vorbild war ein um 1300 entstandenes Antependium aus Cheb (Eger), welches auch mit farbigen Perlen unter Verwendung gestanzter Ornamentrosetten gestickt ist. Denglers radikal vereinfachte Komposition zeigt in der Mitte Christus als Weltenrichter, der auf einem Thron sitzt, die rechte Hand im Segensgestus erhoben hat und mit seiner Linken ein aufgeschlagenes Buch dem Betrachter vorweist. Links und rechts schließen sich die Ganzfiguren von jeweils zwei Evangelisten an, die unter Arkadenbögen stehen. Jeder Evangelist hält in der Rechten einen Griffel, in der Linken ein Buch, auf dessen Deckel jeweils das stilisierte Evangelistensymbol eingezeichnet ist. Alle kräftig farbigen Darstellungen sind von reich durchgestalteten ornamentalen Rahmungen umgeben, die aus Palmettenmotiven, Pflanzen, Sternen, Wolkenbändern und geometrischen Formen bestehen. Die Ränder links und rechts sind mit applizierten Metallauflagen in Pflanzenformen verziert und werden durch Rosetten mit Schmucksteinen in quadratische Felder unterteilt. Domvikar Dengler veröffentlichte die Zeichnungen für seinen Entwurf mit zahlreichen Erläuterungen in der von ihm herausgegebenen Zeitschrift „Kirchenschmuck“.

Literatur:
Georg Dengler, Erklärung zu Tafel 143, in: Kirchenschmuck, Neue Folge, hrsg. von Georg Dengler, Heft 23, Regensburg o.J., S. 3 f., Tfl. 143

Antependium, Regensburg, um 1890, Stickerei mit Glasperlen, Höhe 93 cm, Länge 272,5 cm, ausgestellt im Domschatzmuseum

 

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