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Pergamentminiatur mit thronender Muttergottes

DMaria mit Kind Richteras Reliquienkästchen aus dem frühen 14. Jahrhundert ist aus verschiedensten mittelalterlichen Stoffen zusammengesetzt, unter anderem ein kostbarer roter Seidendamast aus China. Die hintere Schräge des Satteldachs lässt sich aufklappen. Auf der Vorderseite ist ein zweiflügeliges Altärchen aus Holz eingelassen.

Das Kästchen wurde 1873 im sog. Dionysius-Schrein in der Regensburger Basilika St. Emmeram gefunden, wo es seit über 200 Jahren ruhte. Der Auftraggeber für das Altärchen war wohl ein Mönch aus dem Regensburger Minoritenkloster.

In die Felder der zwei Altarflügel sind Pergamentminiaturen eingeklebt. Auf dem rechten Flügel ist die Tugendkreuzigung dargestellt. Das heute seltene Motiv geht zurück auf die Erlösungslehre des Mystikers und Abtes Bernhard von Clairvaux nach dem Psalm 85,11 „Barmherzigkeit und Wahrheit begegnen einander, Gerechtigkeit und Frieden küssen sich.“

Auf dem linken Flügel des Klappaltärchens ist die thronende Muttergottes mit Kind dargestellt. Zwei Engel setzen ihr die Krone auf, zu der das Jesuskind seine Hand hebt. Maria trägt in der linken

Hand den Reichsapfel, Symbol der Weltherrschaft, den sie dem Kind reicht. Das Bild umschließt so die Kindheit Jesu und das Königtum Christi sowie seine Macht als Weltenrichter am Jüngsten Tag. Dazwischen steht die im rechten Flügel gezeigte Kreuzigung.

Das Jesuskind trägt einen schlichten Kapuzenmantel. Christus wird als Vertreter der Armen identifiziert. Neben der kleinen Figur des Stifters, einem Franziskanermönch, am unteren Bildrand finden sich weitere Hinweise auf den Bettelorden. Bei der Kreuzigung steht der hl. Franziskus. Hier wird der Muttergottes flankiert von der hl. Agnes, Schutzpatronin der Jungfrauen, und der hl. Klara. Sie ist Gründerin des Zweiten Ordens des hl. Franziskus, der Klarissen.

Auf der vorderen Dachschräge des Reliquienkästchens zeigt eine kleine Pergamentminiatur auf Goldgrund den hl. Oswald mit der Figur einer knienden Stifterin. Eine weitere Pergamentminiatur stellt den Marientod dar, das Bild der sterbenden Gottesmutter auf dem Totenbett, um das die klagenden Apostel versammelt sind.  Christus mit blauer Aureole (Heiligenschein) empfängt die Seele Mariens in Gestalt eines kleinen Kindes.

Pergamentminiatur „Thronende Muttergottes“
Reliquienkästchen
1. Drittel 14. Jahrhundert
Stoffe (um 1300 – um 1330), Holz, Pergament, Bergkristalle, Korallenperlen
H 31 cm, L 35,5 cm, T 16 cm
D 1974/66

zu sehen im Domschatzmuseum

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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