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Egid Quirin Asam
Hochaltar in der Klosterkirche St. Georg in Weltenburg

Weltenburg Richter

Asamkirche Weltenburg – dies trifft umso mehr zu, als Egid Quirin Asam als Stuckator das Kunstwerk seines Bruders Cosmas Damian vollends gelingen ließ. Der sechs Jahre Jüngere hatte eine Lehre beim Münchner Hofbildhauer Andreas Faistenberger absolviert. Er war erst 24 Jahre alt, als ihn das Augustinerstift Rohr mit dem Entwurf der neuen Klosterkirche beauftragte, für die 1717 der Grundstein gelegt wurde. Wie im nur 21 Kilometer entfernten Rohr wird auch in Weltenburg die gestalterische Kraft Egid Quirins am Hochaltar besonders deutlich.

Im „theatrum sacrum“, dem „heiligen Theater“ setzte er den hl. Georg, dem am 23. April gedacht wird, als römischen Offizier zu Pferd dramatisch in Szene. Der Drachentöter scheint in seiner aufblitzenden Rüstung aus dem hellen Glanz des Sonnenlichts in den dunklen Kirchenraum zu reiten. Das Apsisfresko mit dem Bild des Himmels ist der Hintergrund für Reiter und Pferd, die von den lebensgroßen Figuren des zweiten Kirchenpatrons Martin und des Benediktschülers Maurus flankiert werden. Es ist eine Momentaufnahme dynamischer Bewegung, zur Pyramide komponiert.
In der Kuppelschale schuf er Stuckbilder mit Szenen aus dem Leben des Ordensgründers. Über den Seitenaltären formte er in flachen Reliefs die Erzengel. Egid Quirin kannte die Figuren des römischen Hochbarocks, führte sie hier aber zu einer ganz eigenen Interpretation. Graziöse Haltung, eine fast gezierte Gestik und geschmeidige Beweglichkeit ist die neue Sprache des jungen bayerischen Stuckators.      mb

Der Hochaltar mit der Reiterskulptur des hl. Georg mit Drachen und libyscher Prinzessin: Die Inszenierung der vollplastischen Dreiergruppe von höchster bildhauerischer Qualität unter dem Triumphbogen zieht den staunenden Blick bereits beim Betreten der Kirche auf sich. Die Klosterkirche Weltenburg wurde am 9. Oktober 1718 eingeweiht.

Foto: Gerald Richter

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