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ROT malte Astrid Schröder im März, so verrät es der Titel des Bildes.
In den März fällt meistens die Fastenzeit, das Gedenken an die Passion und den Opfertod Christi. ROT ist seit Urzeiten ein Farbsignal von elementarster Symbolkraft. Schon die ältesten Menschen erkannten das ROT des Blutes als lebensentscheidendes Faktum. Wenn wir heute ROT sehen, dann liegen die Nerven meist bloß. ROT geht unter die Haut.
Das Gemälde ROT ist wie eine einzige große Wunde. Aus ihr heraus pulsiert das Leben, doch nicht als schmerzerfüllter Aufschrei, sondern in einem feinteiligen rhythmischen Gleichklang zahlloser rinnender Blutstropfen. Diese innere Harmonie ist ein unerschütterlicher Wesenskern in den Gemälden von Astrid Schröder, seien sie gelb, grün oder blau. In ROT aber steckt zudem auch ein Schuss Dramatik, und dies liegt nicht nur an der Farbsymbolik allein. Die dichten und sich überlappenden Reihen aus triefenden Rinnsalen wirken durch ihre besonders pastose Malweise wie aufgehäufelt, wie gestocktes Blut aus offenen Wunden. Viele mittelalterliche Darstellungen zeigen den Gekreuzigten mit ähnlichen Wundmalen, erschütternd, aber dennoch auch schön in ihrer fast ornamentalen inneren Geordnetheit. Auch dies ein Symbol für den Triumph über das Chaos allen irdischen Leidens. (FF)

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Acryl auf Leinwand
2012

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