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Ausstellung vom  2. Juli bis 7. August 2005
in der Kunststation St. Jakob

Wie ich bin - Bilder von Gerhard Huber


„Wie ich bin...“ – Die Ausstellung zeigte das malerische Bekenntnis von Gerhard Huber in impressionistischer Farbigkeit und mit seiner Liebe zur Schöpfung, die den Atem der Donau, der Sonne über Weltenburg und der Natur, ob in Kelheim oder Italien, spürbar machen. Sie illustrierte aber auch seine Auseinandersetzung mit Themen des Glaubens und damit des Lebens, auch seines Lebens.

"Musik und Kunst helfen über manche Schicksalsschläge hinweg." Dieser Satz ist Gerhard Huber wichtig. Er hat ihn immer wieder erfahren. Der 1938 geborene Künstler lebt in einem Haus in Ihrlerstein inmitten seiner Kunst, mit ihr, für sie und durch sie. In St. Jakob zeigte er Werke aus 50 Jahren: Bilder, draußen in der Natur gemalt, spontan voller Hingabe an den Augenblick mit der Leidenschaft des Sehens, daneben kraftvolle Bilder des Glaubens, melancholische und energische Stimmungen aus dem Atelier in der Auseinandersetzung mit Freude, Leiden und dem Tod. Gerhard Huber schaute schon als Kind seinem Vater beim Malen zu und fand als Internatsschüler im Kloster Metten Unterstützung auf seinem künstlerischen Weg. Sein Zeichenlehrer Rudolf Rauch entdeckte in ihm seinen begabtesten Schüler. In Metten entstanden auch seine Werke für die Zulassungsmappe für die Akademie der Bildenden Künste in München, an der Gerhard Huber sein Studium absolvierte. Neben der Arbeit als Kunsterzieher wuchs sein malerisches Zeugnis, geprägt vom Impressionismus. Oft wird das dargestellte Motiv immer weiter von der Materie der Farbe abstrahiert. In Hubers Bildern kann der Betrachter den Atem des Lebens fühlen, Licht und Schatten, Wirklichkeit und Illusion. Immer aber drückt sich Gerhard Huber persönlich aus, ist der Mensch mit seinen Gefühlen und Gedanken auf der Leinwand spürbar.

Zu der Radierung "Nach der Christmette" - Gerhard Huber

So etwa um die Weihnachtszeit 1962 bestürmte ich tagtäglich die Radierwerkstätte der Akademie der Bildenden Künste in München, um zu ätzen und zu drucken, was ich die Nächte über in Zinkplatten geritzt hatte. Werkmeister Adolf Thiermann war dabei eine große Hilfe, galt es das richtig befeuchtete Radierpapier wieder hinreichend auszuklopfen und die Platte richtig vorzuwärmen und die Farbe sachgerecht einzureiben und wieder auszuwischen. Da verging die Zeit wie im Flug und ehe ich mich versah, war der 24. Dezember da. Ich begann nachmittags auf meinem Schwabinger Zimmer noch mit der Arbeit an der "Christmette" und, wie es alle Teufel oder auch sonst wer haben wollten, ich verstrickte mich so in meine Arbeit, dass ich gar nicht merkte, dass es schon Abend wurde und auch der Heilige Abend schien in weite Ferne gerückt zu sein. Irgend ein Engel gab mir aber dann doch den Hinweis, dass ich jetzt zum Bahnhof gehen müsse, um mit meiner Mutter in Nabburg das Weihnachtsfest feiern zu können. Ich machte mich also auf zum Bahnhof.

Ich kam mir ziemlich verloren vor in dem großen Gebäude an diesem Heiligen Abend, zumal auch gar nicht mehr so viele Leute wie sonst anwesend waren. Am Schalter erhielt ich dann die "erschütternde" Auskunft, dass mein Zug, den ich sonst immer benützte, schon vor einer Stunde abgefahren sei und der nächste nach Regensburg erst so ungefähr um Mitternacht führe. Noch immer meine Radierung im Hinterkopf, machte ich mich alsbald daran, mich etwas umzusehen. Heute bereue ich es nicht, dass ich damals Weihnachten von einer ganz anderen Seite erfahren durfte: Da saßen und lagen sie also, in graue, schmutzige Decken gehüllt, in die zahlreichen Ecken und Winkel des Gebäudes sich schmiegend: Die Obdachlosen dieser Stadt, die es damals schon, wie heute, in großer Zahl gab. Nach einer gewissen Zeit erschien eine Rot-Kreuz-Schwester und sammelte sie alle ein, man mag mir diesen Ausdruck verzeihen, aber es machte so den Eindruck, und führte sie in einen eigens für karitative Zwecke bestimmten Raum, in dem es dann zu "Stille Nacht" ein warmes Essen gab.

Ich schlenderte noch ein wenig durch die Bahnhofshallen und bald sollte auch mein Zug gehen. Und, mit einem kleinen Aufenthalt in Schwandorf, kam ich schließlich gegen 2.00 Uhr früh in Nabburg an. Mutter war sehr "sauer", doch ich war um eine wichtige Erfahrung reicher!



 

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