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Ausstellung vom 16. April bis 20. Juni 2010 im Museum St. Ulrich, Domplatz 2

Persephone im HadesGegenständliche Malerei in perfekter Technik: Michael Triegel, Schüler der jungen „Leipziger Schule“, behauptet in seinen Werken nur auf den ersten Blick den Alten Meister. Die Bilder des 1968 in Erfurt geborenen Künstlers sind - fast - pure Schönheit. Im Museum St. Ulrich waren Zeichnungen, Radierungen, Aquarelle und 17 Gemälde von ihm zu sehen. „Wirklich? Michael Triegel – Malerei und Arbeiten auf Papier“ – die Ausstellung zeigte spannende Kunst des 21. Jahrhunderts in einer der außergewöhnlichsten frühgotischen Kirchen. 

Provozierend traditionell, wirken seine Werke wie virtuose Zitate aus dem Bildvokabular eines Bellini oder Caravaggio, gebrochen durch surrealistische Tonfälle. Michael Triegel bildet auf den ersten Blick scheinbar bekannte Motive wie den Auferstanden, Stilleben oder Ophelia mit Blumen ab und stellt sie mit präzisem Pinselstrich in Frage. Er irritiert, malt Zweifel und Sehnsüchte. Keines seiner Werke hinterlässt den Eindruck eines schon längst Gesehenen.
Michael Triegel sorgte als Papstporträtist für Schlagzeilen quer durch Deutschland. Doch er will kein neuer Raffael sein. Er studierte ab 1990 Malerei und Grafik an  der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig bei Prof. Arno Rink. Triegel gehört damit spätestens seit dem Abschluss seines Meisterstudiums zum Phänomen der sogenannten „Neuen Leipziger Schule“, ebenso wie Neo Rauch zur dritten Generation des Leipziger Realismus. Mit ihr hat der Kunstmarkt die figurative Malerei wieder entdeckt, vor allem in Amerika. Auch Michael Triegel stellt seit 1997 regelmäßig in den USA aus. „Manchmal bekommst du das Gefühl, dass Triegel sich noch durch die Arbeit anderer selbst findet, aber bei anderen Gelegenheiten scheint er unkontrollierbar in die Vergangenheit gezogen zu werden von einem Hunger nach einer bildlichen Sensation, den die Kunst des späten 20. Jahrhunderts nicht stillen kann“, schrieb die Chicago Tribune über ihn.

In seinen Bildern wirkt das Vertraute plötzlich seltsam unvertraut. Christliche Glaubensinhalte wie Abendmahl, das österliche Mysterium, das Ende der Welt mit ihrer Neuschöpfung fordern ihn ebenso heraus wie die ungebrochene Wirkmacht der Mythen. Michael Triegel findet für all das seine ganz eigene Bildsprache, in der er mit Licht und Raumkonzeption der Kunst vergangener Stilepochen, vor allem der italienischen Renaissance, spielt, sie in Frage stellt und mit altem Malerwissen und kluger Ironie neu komponiert. Andachtsbilder, Selbstbildnisse, Porträts, Landschaft, sprechende Stilleben – in all seinen Arbeiten ist der Symbolgehalt, sind die ikonographischen Zeichen der Schlüssel zum vordergründig schönen Bild. Aquarelle, die er während Studienreisen in der Schweiz, Italien und England anfertigte, sind für ihn ein Auftanken, ein „Sich-Vergewissern“ von der Natur. An den Gemälden aber sitzt er oft Monate. Allein Hauttöne bestehen aus bis zu zwölf Farbschichten.

Mit der Dichte und Intensität seiner Darstellung und Aussage bricht Michael Triegel auf seine Art aus dem Kunstbetrieb aus, ist er ein Einzelgänger und Ausnahmefall in der zeitgenössischen Kunst. Er ist ein Maler des 21. Jahrhunderts, der den Betrachter mit sinnlichen Figuren in die Vergangenheit entführt und ihm hinter den Kulissen die nackte Menschlichkeit und die Sinnfragen des Heute spiegelt.Besondere Aufmerksamkeit findet der Künstler in Deutschland auch als Porträtist. Nach einer Begegnung mit dem Papst in Rom malte Michael Triegel in seinem Leipziger Atelier ein offizielles Porträt von Benedikt XVI. Er stellt ihn als Lehrer dar, „sehr reduziert, konzentriert auf Gesicht und Hände“, beschreibt der Künstler. Ihm sei bei den ersten Studien und Zeichnungen klar geworden: „Das Amt malst du immer mit, aber es geht um den Menschen.“

 

 

Alle Fotos: © Galerie Schwind Leipzig/Frankfurt am Main
© VG Bild Kunst, Bonn

siehe auch: http://www.titel-magazin.de/artikel/7509.html

 

 

 

 

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