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Abdrücke eines geschundenen menschlichen Körpers, einmal von vorne, einmal vom Rücken, wie hochgeklappt mit dem Kopf in der Mitte. Ein Mann wie Christus im Grab. Hinzu kommen zahllose Risse und Flecken, Spuren einer geheimnisvollen, bis heute nicht sicher ergründbaren Vergangenheit. Das berühmte Turiner Grabtuch.
Der Glaskünstler Bernd Nestler nahm es als Idee für eine ungewohnt direkte Konfrontation mit dem uralten Menschheitsthema des Todes. Ist das Tuch mit dem schemenhaften Totenbild wirklich das Leichentuch Jesu? In jüngerer Zeit überwog die Meinung, es sei eine Schöpfung des Mittelalters? Neuerdings gibt es wieder überzeugende Indizien für die Echtheit aus biblischer Zeit.
Die Kirche spricht von einem verehrungswürdigen Bild Christi. Ob es eine Christusreliquie ist, bleibt letztlich eine Glaubensfrage. Der Künstler weiß, es gibt keine verlässliche Antwort. Doch er führt den Betrachter ganz nah heran an die Frage: Was war mit diesem Menschen, dessen Körperabdruck uns so geheimnisvoll anblickt? Und wenn man schließlich entdeckt, wie in den Spiegelflächen einem das eigene Bild wieder entgegen schaut, dann könnte man sagen, in hautnaher „Tuchfühlung“ mit dem Christus-Geheimnis gewesen zu sein. (FF)