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Ein Diptychon - zwei Variationen zu einem Thema. Das rechte ist uns aus der Weihnachtsgeschichte bestens vertraut: Maria mit dem neugeborenen Jesuskind im Bethlehemstall, gewärmt vom Atem des Ochsen und eingerahmt von Joseph und den staunend anbetenden Hirten. Oben erscheint als Vorahnung eine Sequenz aus dem Kreuzweg Christi. Die Szenerie ist wie ein durchscheinendes Phantasiebild hingehaucht, verliert sich an den Rändern ins Nichts.

Das linke Bild zwingt zum näheren Hinschauen. Das Ziel der ANBETUNG rechts ist links nicht mehr wiederzufinden, bestenfalls nur noch als flüchtige Andeutung, ohne Farbe in schüchterner Umrisszeichnung. Das Weihnachtsthema ist wie ins Nichts verschwunden. Dafür drängen andere Dinge lautstark ins Bild. Sie formieren sich keineswegs zu jenem vertraulichen Rund wie bei Maria, Joseph und den Hirten. Stattdessen verbreitet sich hier chaotische Unruhe. Beispielhaft erscheint rechts unten die Heckpartie eines Nobelautos: dieser Welt gilt hier die Anbetung. Sie steht für die Jetztzeit - ernüchternde Kehrseite der biblischen Weihnachtsgeschichte. (FF)