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Immer ist die wichtigste Stunde die gegenwärtige; immer ist der wichtigste Mensch,
der dir gerade gegenübersteht;
immer ist die wichtigste Tat die Liebe.

Meister Eckhart (1260 - 1327), deutscher Mystiker und Provinzial der Dominikaner

Leben im Rhythmus, den die Natur vorgibt – wenigstens für zehn Minuten. Innehalten, Zeit und damit vielleicht das Leben begreifen und dabei den stetig fallenden Wassertropfen lauschen, bis Lautlosigkeit den Kirchenraum von St. Coloman erfüllt.

Die Einladung des Künstlers fordert mit einfachen Materialien der Langsamkeit heraus. Sie bietet an, im Haus Gottes zur Ruhe zu kommen, seinem Herzen und den vergänglichen Minuten nachzuspüren im Lauf des Wassers, Symbol der Reinheit und des neuen Lebens, bis zur vollkommenen Stille, die manchmal schwer auszuhalten ist.

Kunzels Kunst ist eine Kunst der Natur, die sich auch den Kreisläufen und Gegebenheiten der Natur unterwirft und sich letztlich ganz der Natur wieder zurückgibt. Die Schöpfung steht im Mittelpunkt und kann wieder neu erkannt und wahrgenommen werden. Da sein und wieder verschwinden, diesem Motto gehorcht die gesamte Installation. Denn sie wandelt sich immer wieder aufs Neue.

Franz Pröbster Kunzel lässt Wasser durch Eimer laufen. Jeder Tropfen setzt einen Ton im leisen Konzert. Wenn das meiste Wasser durch den Boden gesickert ist, die Tropfen immer langsamer werden und in die Stille führen, wenn das Wasser versiegt, können wir als Zuhörer ganz da sein – im Jetzt, der einzigen Zeit, die zählt. Und jeder Besucher kann die Installation selbst aufs Neue ins Fließen bringen, mit Ehrfurcht vor der Handlung spüren, sehen und horchen.   (MB)