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„Maria breit den Mantel aus!“ - so lautet ein bekanntes Kirchenlied. Hier ist es kein Mantel, aber doch denkt man unwillkürlich an Maria.
Es ist ein riesiges Schleiertuch. Wie groß erst dürfen wir uns das Wesen vorstellen, dessen Haupt von diesem Schleiertuch bedeckt wird. Das freilich stellt der Künstler dem Betrachter anheim, macht es ihm sogar zur Aufgabe. Die Übergröße und die große Leere dieser Form haben etwas Herausforderndes. Daran kommt man nicht so leicht vorbei. Seit jeher zieht die Steigerung ins Monumentale die Menschen in den Bann. Hier aber kommt noch etwas Befremdliches hinzu: nur die Hülle ist groß, das eigentliche Kernstück jedoch fehlt. Ein großer offener Schleier, schwebend über unseren Köpfen, Luftgrotte, wartend darauf, dass wir den Hohlraum füllen, auf Tuchfühlung gehen mit diesem weiten Kopftuch, das den ganzen Kirchenraum überschirmt. Unendlich viel hat darunter Platz, Schleier begleiten die Bräute ebenso wie den Tod, und vieles dazwischen, seit Jahrtausenden. Dieses Schleiertuch jedenfalls zeigt ein offenes Gesicht, will nur zarter Schutz sein, keinesfalls Versteck. So darf der Betrachter sich ermuntert fühlen, offenen Herzens ein und aus zu gehen oder unter diesem Schleier zu verweilen. Man wird etwas spüren, mag es auch noch so schleierhaft erscheinen. (FF)

Entstehungsgeschichte:
VerFormance im Hafen Regensburg: Blechplatte, auf Sandbett liegend, wird durch Abwurf einer Eisenkugel aus großer Höhe verformt, siehe hierzu den Anfang des Videoclips: https://www.youtube.com/watch?v=SfdDXz0gR44

 

L 230 cm, B 117 cm, H 108 cm
Blech
2000

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