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„Nevermore“ habe ich meine Bilder mit Rabenvögeln benannt, nach dem berühmten Gedicht von Edgar Allan Poe. Aber auch manche Zeile von Georg Trakl hätte gut gepasst, Dohlen, Krähen und Raben kommen häufig vor in seinen wortmächtigen Gedichten: „Der Acker leuchtet weiß und kalt. Der Himmel ist einsam und ungeheuer. Dohlen kreisen über dem Weiher...“

Raben spielen weltweit eine Rolle in Sagen und Märchen. Sie gelten oft als weise Berater. Nicht nur der germanische Gott Odin soll auf sie gehört haben.
Tatsächlich ist die Intelligenz der Rabenvögel wissenschaftlich belegt.
Dem griechischen Gott Apollon waren die Raben heilig. In Indien begleiten Krähen die Göttin Kali.
Noah soll während der Sintflut noch vor der Taube einen Raben auf Erkundungsflug geschickt haben: Der flog aus und ein, bis das Wasser auf der Erde vertrocknet war. Von einem Raben berichtet auch der ältere babylonische Sintflut-Mythos: Eine Taube, eine Schwalbe und ein Rabe sollten nach Land suchen. Der Rabe kehrte nicht zurück, hatte also offensichtlich festen Boden gefunden.

Wegen des düsteren schwarzen Gefieders und seiner unheimlich krächzenden Stimme hat der Rabe aber auch das negative Image eines Unglücksboten. Seine Angewohnheit, Aas zu fressen, in früheren Zeiten angeblich auch das gehängter Verbrecher, machte ihn abergläubischen Menschen nicht sympathischer. Der Rabe gilt zudem als Begleiter böser Hexen und Zauberer, wenn er nicht sogar selber eine derartige gespenstische Gestalt ist, die sich zur Tarnung in einen Vogel verwandelt hat.

Glaube, Aberglaube und das Reisen zwischen den Welten sind auf einer tieferen symbolischen Ebene Themen dieser Arbeiten.

Ursula Bolck-Jopp

90 x 110 / 100 x 120 / 90 x 110 cm
Acryl / Mischtechnik auf Leinwand
2013
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